jahresrückblick

Danke 2012

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Wir sind hier alle ein bisschen erwachsener geworden in diesem Jahr: Ich 30, der Hund pubertierend und der beste Mann der Welt noch besser. Es war ganzschön anstrengend manchmal und im Nachhinein frage ich mich dann meistens, warum ich mich eigentlich so angestellt habe. Lass es doch mal schwer sein, bleibt doch nicht immer so, entspann dich mal. Das verliert nicht an Nervigkeit, wenn man es sich selber sagt, aber Vornehmen kann ich es mir ja mal (wieder). Den Hund zu genießen, solange er noch Welpe ist, auch wenn er den Arm bald aus seiner Verankerung zieht mit der Leine. Nur ein Beispiel, aber wie schon Uroma immer sagte: “Alles hat seine Zeit.” Also, warum freut man sich immer auf das später, wenn das jetzt doch auch schon toll ist? Warum immer planen, wenn es sich ein weniger chaotisch so viel leichter lebt? Nicht immer etwas erwarten und dann alles bekommen, auch das, was man nie für möglich hielt. Ich war oft glücklich in diesem Jahr, manchmal so sehr, dass ich Angst vor einer schrecklichen Diagnose oder ähnlichem hatte, weil das doch nicht alles meins sein kann. Oder?
Das war 2012 und ich habe das kleine Gefühl, dass 2013 genauso gut und aufregend weitergeht. Mit dem erwachsen werden ist es ja auch mal langsam gut, wir bleiben jetzt so, sagt der Hund.

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2011.

Man könnte sagen: “Es war das beste Jahr von allen!”, aber das wäre ungerecht. Es gab beste Jahre davor, allerdings war schon lange keines so vollgepackt mit neuen, guten Sachen wie dieses.

Ich habe einen Job gekündigt und es nie bereut. Ich bin nach New York gegangen, habe dort tief durchgeatmet und bin dann, mit Anlauf, zurückgesprungen, in eine neue Spur. Ich habe eine weitere neue Stadt kennengelernt und mich mit jedem Monat wohler gefühlt. Ich habe eine bezahlbare Wohnung für null Euro Provision gefunden und freue mich noch heute. Ich habe beruflich neu angefangen, und mich ein wenig mehr zuhause gefühlt. Ich habe den besten Mann der Welt mit jedem Tag mehr geliebt. Ich habe die Sonne genossen, den Regen auch und alles dazwischen. Ich habe im Herzen Platz gemacht für ein kuschliges Hundekissen. Ich bin spazieren gegangen, habe still gesessen und mich manchmal sogar daran gewöhnt. Ich habe Lavendel gepflanzt, der bis in den Dezember hinein geblüht hat und auf dem jetzt Schnee liegt. Ich habe Besuch bekommen, bin rumgefahren und ich habe mich immer über mein Zuhause gefreut, das ich fünf von zwölf Monaten nicht hatte und dessen Wert ich mehr denn je zu schätzen weiß. Ich habe viel Eis gegessen, Yoga geturnt und meine Manikürekünste perfektioniert.

Ich bin für dieses Jahr sehr dankbar, alles lief so wunderbar glatt, dass ich mich darauf freue und gespannt bin, wie die Rutschpartie weitergeht. Ich bin ein paar Zentimeter gewachsen und exakt 12 Monate älter geworden. Danke 2011, du warst wunderbar!

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Dekade

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Vor zehn Jahren war ich 18, noch ohne Abitur und Führerschein. Ich wusste schon, was ich ab Herbst studieren würde und ich konnte es kaum erwarten, zuhause auszuziehen und das richtige Leben zu beginnen. Es fühlte sich damals alles an wie ein Berg, der überwunden werden musste, dahinter schien die Sonne noch heller, funkelten die Sterne noch mehr als damals.
Natürlich war dann alles nicht so einfach, wie es sich die kleine Julie vorgestellt hatte. Die neue Stadt war am Anfang eher deprimierend als inspirierend, aus dem Studium musste sie sich selber das Passende basteln und so richtig “richtig” hat sich alles nicht gleich angefühlt. Hat es auch die Jahre danach manchmal nicht, aber die Zweifel und die Unzufriedenheit haben mich rückblickend betrachtet immer sehr gut vorangetrieben. Die Philosophien, die ich rauchend und trinkend an diversen Küchentischen durchgenudelt habe, sitzen heute tiefer als Luhmann oder LaRoche. Der Abschluss ist trotzdem geschafft und nebenbei hatte ich die wirklich beste Zeit, die ich mir nur wünschen konnte. Ich bin um die Welt gereist (wenn auch noch nicht genug), habe großartige Menschen zum Freund gehabt (die besten davon sind heute noch da), war auf gefühlten tausend Konzerten und Parties und habe einige davon selbst gerockt. Ich habe viele wunderbare und zum Glück nur wenige schreckliche Interviews geführt, viele Texte geschrieben, noch mehr in Mikrophone geredet, ich habe mich ausprobiert und bin damit noch lange nicht fertig. Ich hatte oft den Gedanken “Das, genau das ist Glück” und manchmal dachte ich auch, dass das hier alles keinen Sinn hat, dass ich es nicht hinbekomme so wie ich es mir vorstelle, dieses Leben. Einmal in dieser Dekade hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen, einfach so und sofort wurde ich damit beauftragt diesen Boden neu zu bauen. Ich habe es versucht und dann aufgehört, weil es nicht meine Aufgabe ist, so gerne ich auch wollen würde. Am Ende kam Vieles anders und trotzdem richtig und quasi als Finale dieser Dekade ist es endlich da, das ganz große Glück, der Eine, für immer, ganz sicher.
Jetzt kann es weiter gehen, “Alle zehn Jahre etwas Neues” hat jemand gesagt. Der nächste Berg ist fast geschafft und ich hoffe da drüben scheint die Sonne genauso hell wie hier, funkeln die Sterne über mir genau so lustig. Vielleicht aber in einem anderen Licht, hellblau oder so.

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