Das saßen wir also im Highline Ballroom, einem Konzertsaal in sauberem Industriechic im Meatpacking District. Ja, wir saßen, an einem Tisch, mit Kerze drauf und Besteck. Wenig später kamen Getränke und Burger dazu, Kobe-Burger wohlgemerkt. Um uns herum saßen, mit Verlaub, viele alte Männer und einige alte Frauen, die meisten um die 50. Um Punkt 20 Uhr stand Caitlin Rose auf der Bühne und fragte wie das Essen sei. Sie spielte eine halbe Stunde, die Kellnerin quatschte uns immer mal ins Konzert, dann ging das Licht an. Ich sah ein paar jüngere Menschen an den Rändern des Zuschauerraumes stehen, es waren diejenigen ohne Tisch und ohne Essen, sie waren deutlich jünger als die sitzenden und sie standen den Bedienungen im Weg herum. Ron Sexsmith spielte, die alten Männer nahmen stundenlanges Material mit ihren iPhones auf und bestellten mehr Wein. Der Mann und ich saßen – etwas, das ich mir schon bei vielen Konzerten gewünscht hatte, wir sahen und hörten gut, beide Künstler waren toll und trotzdem dachte ich die ganze Zeit: Ich bin zu jung für den Scheiss!

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