Archive of ‘UNTERHALTUNG’ category

A Visual Life

Die Sache mit den meisten Mode- oder Street Style-Blogs ist die, dass ich meistens laut schreien möchte beim Durchklicken. Menschen, die sich unglaublich toll finden, stehen da in ihren schrecklichen Klamotten und gucken arrogant in die Kamera, als hätten sie seit Jahren nur für diesen Moment geübt. Man stellt sie sich vor, wie sie zuhause vorm Spiegel stehen, die Füße ineinanderdrehen und verschiedene Blicke einstudieren. Diese Bilder und diese Art der Künstlichkeit machen mich so überhaupt nicht an.
Und dann ist da The Sartorialist, ein Blog mit Fotos von gut gekleideten Menschen. Und “gut” bedeutet hier nicht, um jeden Preis aufzufallen, sondern exzellenten Geschmack so zu tragen, dass nichts aufgesetzt und unnatürlich wirkt. In diesem kurzen Portrait erzählt Scott Schumann, dass er am Tag nur wenige Motive sieht, die er knipsen möchte. Wie seine Augen auf der Suche nach ihnen hin- und herflitzen, ist nur einer der beeindruckenden Aspekte des Films.

“New York ist wie Rostock”

Da spricht man immer von “Karriere” und dann sitzt man da drei Jahre später aufm Traumjob und darf ihn NICHT interviewen. Der Kollege hat das allerdings super gemacht (nachzuhören hier) und – Vorteil – er hat ihn dabei wahrscheinlich nicht so angehimmelt, wie ich es getan hätte. Mir bleibt da nur den alten Hasen raushängen zu lassen, “ich hab den ja damals schon interviewt, als er noch nicht so groß war”. Keine Angst, ich merk’s selbst. Das Interview ist also von 2010, das war noch bei Energy, da wurden noch Fotos gemacht und die richtig wichtigen Fragen gestellt –  zum Beispiel, warum er so ungern telefoniert. Ach, Erinnerungen, ich kann sie mir selbst leider nicht komplett anhören, meine Moderationsskills sind einfach zu schlecht, damals. Aber Marteria redet ja auch viel, das rechtfertigt dann auch wieder das Vorkramen aus dem Archiv. Viel Spaß!

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Das ist mal ein Lebenslauf, bei dem die Interviewvorbereitung leichtfällt! Marteria aka Marten Laciny ist vor 28 Jahren in Rostock geboren und schaffte es als Teenager bis in die U17-Nationalmannschaft. Zu Besuch in New York City entdeckte ihn in diesem zarten Alter ein Modelscout, und so unterbrach Marten die Fußballkarriere um unter anderem für Hugo Boss zu arbeiten.
Und jetzt? Steht Marteria vor mir und erzählt von seinem Debütalbum “Zum Glück in die Zukunft”. Hatte Dendemann vor ein paar Wochen noch gesagt, der deutsche Hip Hop sei tot, so meint Marteria jetzt, dass man ihn mit ein paar Stromschlägen doch auch wiederbeleben könnte. Nicht umsonst wird er die “Hoffnung des deutschen Hip Hop” genannt, in einem Atemzug und Freundeskreis mit Jan Delay, Peter Fox und Miss Platnum. Wir reden über die Koikarpfenzucht, den Unterschied zwischen New York und Rostock und das Meer. Nicht im Ton: die strahlend blauen Augen dieses Ex-Models, aber achten Sie auf die unglaublich tiefe Stimme, die innendrin ein wohliges Brummen auslöst!

[audio:http://www.energy.de/fileadmin/podcast/lokal/sachsen/directorscut/MARTERIA_PODCAST.mp3|titles= Interview mit Marteria]


Die Ironie sieht man diesem Foto leider nicht an, aber was soll’s!

“Nur ein Bild von Jon Bon Jovi”

Felix und Ludwig von Polarkreis 18 erscheinen in Corporate Identity-Overalls mit weißem Schneestern auf der Brust. Sie sind nett, wie Dresdner es meistens sind, und anders als bei unserem letzten Interview erzählen sie mir größtenteils wahre Geschichten. Eine gute halbe Stunde lang geht es unter anderem um das Gefühl von Zuhause, weiße Wände im Studio und Weihnachtsmarkt-Geheimtipps. Das Album mögen die meisten Kritiker ja nicht so sehr wie die davor, aber die Jungs haben sympathischerweise keine Angst vor der Indiepolizei und verkraften Kritik auch, wenn sie ihnen von der Mama am Telefon vorgetragen wird. Ich stehe auf Pathos und Pomp und auch auf Männer, die mir Komplimente zu meinem T-Shirt machen. Nenn’ es unkritisch, ich sag’ dazu: Dresdner Gemütlichkeit.

[audio:http://www.energy.de/fileadmin/podcast/lokal/sachsen/directorscut/POLARKREIS_18_PODCAST.mp3|titles= Interview mit Polarkreis 18]

Two to Toulouse!

Philipp Poisel hat einen kleinen Sprachfehler. Schlecht für ein langes Radiointerview, denk’ ich mir vorher, soll immerhin über eine knappe Stunde gehen. Poisel klingt auf früheren Interviewaufnahmen wie ein Franzose, der deutsch spricht, den Mund dabei ungern öffnet und den Kopf dabei gesenkt. Unschön (fürs Radio).
Dann stellt sich heraus, dass er gar kein Französisch kann. Der Sprachfehler ist nicht so schlimm, weil man sich auf das konzentriert, was er sagt. Er klingt unglaublich sympathisch, lacht viel und denkt dann wieder sehr lange über seine Antworten nach. Er spricht in mit vielen “Äh”s und Pausen versetzten Sätzen und sagt so schöne und interessante Sachen, dass es wirklich egal ist, wie er sie sagt.
Kurz: Mit Herrn Poisel lassen sich nicht nur alte Witze aus dem Englischunterricht aufwärmen. Wir reden übers Unglücklichverliebtsein und darüber, wie schwierig es ist Beziehung und Freiheit zu verbinden, dann natürlich noch über Musik und Reisen und und und… Und am Ende nimmt er trotz widrigster Studiotechnik (stimmenfreundlich, gitarrenfeindlich) einen herzzereißenden Unplugged-Song auf. Alles drin, alles drauf, hier:

[audio:http://www.energy.de/fileadmin/podcast/lokal/sachsen/directorscut/PHILIPP_POISEL.mp3|titles= Interview mit Philipp Poisel]

“Wir gehen auch gern mal wandern”

Es sind die Tage vor dem Start der Fußball-WM und gleichzeitig die ersten richtig heißen in diesem Sommer. Roger (2. vr) und Cajus (2. vl) sind stellvertretend für ihre Band Blumentopf in Deutschland unterwegs um das neue Album “Wir” anzupreisen. Im Studio sind Beide trotz Promotourstress extrem entspannt und gut gelaunt. Sie reden von Michael Ballack, ihrem neuen Hobby Wandern und verraten dann auch noch das Geheimnis, wie man in München seine Traumwohnung bekommt.

Nun ist die WM zwar vorbei, Roger und Cajus (und mir) zuzuhören macht aber immernoch großen Spaß!

[audio:http://www.energy.de/fileadmin/podcast/lokal/sachsen/directorscut/BLUMENTOPF_-_PODCAST.mp3|titles= Interview mit Blumentopf]

Der deutsche Hip Hop macht Urlaub!

Ende März 2010.

Er hat sein neues Album im Auto gehört. Deswegen will er keine Kopfhörer – seine Stimme hat er ja lange genug auf den Ohren gehabt. Er steht da wie dem Promo-Foto entsprungen – mit Jeansweste, Pornobalken und Röhrenjeans. Er nimmt sich einen Kaffee und ist bereit.

Dendemann zu interviewen könnte anstrengend werden. Immerhin hat er den deutschen Hip Hop quasi miterfunden, weiß Bescheid, kennt sich aus und gibt sich durch erwähnte Kostümierungen ein bisschen unnahbar. Dann aber redet er los. Erzählt mit einer wunderbar tiefen und ruhigen Stimme vom schlimmen Stil der Jugend (schrecklich), vom deutschen Hip Hop (der im Urlaub ist) und prahlt mit TV-Serienwissen (Willy Tenners Schwiegermutter ist die Mutter von Ben Stiller). Stichworte reichen und man könnte ihm ewig zuhören, und nicken und sagen: “Jajaja!”. Und wie immer ist viel zu wenig Zeit.

[audio:http://www.energy.de/fileadmin/podcast/lokal/sachsen/directorscut/DENDEMANN_-_PODCAST.mp3|titles= Interview mit Dendemann]

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