Happy Hour

14 Feb 2011

Yoga fiel letzte Woche aus. Einmal mit Suse verabredet, fuhr ich trotzdem nach Manhattan. Es war früher Abend, sie hatte zwei Kolleginnen dabei und die Frage war: Essen gehen oder “Happy Hour”? Letzteres kenne ich nur von schlecht laufenden Cocktailbars, es gibt zu den unmöglichsten Zeiten zwei Getränke zum Preis von einem, oder so. Ich hatte ein bisschen Angst, aber nur kurz, dann standen wir im Vig 27, einer schwulen Bar gleich an der Park Avenue. Ich war nicht arbeiten wie die anderen Mädels und trotzdem sofort entspannt wie nach einem harten Tag. Ganz klar brauchte ich einen Drink. Ein paar Cocktails waren billiger als sonst, soviel zur Happy Hour, ich nahm irgendwas mit Gurke. Die Feierabendmädels werteten den Arbeitstag aus und ich war gleichzeitig wehmütig und ein wenig froh, da nicht mitreden zu können. Solche Gespräche habe ich nun wirklich genug geführt. Gut erzogen wie sie sind, wechselten die Drei bald das Thema. Erst ging’s um mich, dann um die verflixte Dategeschichte einer Anwesenden, später um Trash-TV, alles schon viel eher meine Themen. Ein bisschen war’s wie im Film – vier Mädels mit Cocktails reden und lachen in einer Bar, deren Wände mit rosa Perlen behangen sind. Aber es war gut. Sehr. Genau das, was man braucht in einer fremden Stadt. Später kam eine weitere Bekannte von Suse dazu, wir waren gerade bei den “Real Housewives of Beverly Hills” (beste Realityshow der Welt) und ich sollte sie fix auf den neuesten Stand bringen. Ich teilte mein umfangreiches Wissen sehr gern und dann wollte sie wissen, mit welchem der anwesenden Mädels ich denn zusammenarbeiten würde. Der Abend war bis dahin schon gut und wurde besser, einfach weil jemand mein – zugegeben nicht immer astreines – Englisch nicht gleich enttarnt hatte. Manchmal ist es so einfach, mich glücklich zu machen. In exakt dieser Kombination in exakt dieser Bar möchte noch mehr Drinks trinken.

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Im Nagelstudio

08 Feb 2011

Eine linke Hand kann wenig. Meine ist zum Beispiel nicht in der Lage, die Fingernägel meiner rechten Hand so zu lackieren, dass es anders aussieht als bei einer Fünfjährigen. Deshalb gönne ich mir in meinem neuen Leben (arbeitslos, äh, freischaffend) den Luxus einer Maniküre alle paar Tage. Der Laden ist klein, unspektakulär und im Fernseher läuft CNN. Meine Freundin Suse hat ihn mir empfohlen, hier sei es günstig und gut zugleich. Ich sitze Indira gegenüber. Sie kommt aus Nepal und es verbietet sich von vorneherein jeder Vergleich mit gleichnamigen Frauen. Indira kümmert sich knapp eine Stunde um meine Fingernägel und hat dabei Zeit zum Quatschen. Woher ich käme, warum ich hier sei, warum ich denn wieder weg wolle, gefalle es mir hier etwa nicht usw. Wir reden natürlich auch über den Mann, also meinen, den ich nur so nenne, der aber ja eigentlich mein Boyfriend ist. Da leuchten ihre Augen. Warum sind wir denn noch nicht verheiratet? Ja warum denn nicht? Ich erzähle ein bisschen, zum Beispiel von seiner Dissertation in Amerikanistik und dann sagt Indira: “Wait ’til he’s a doctor! Then you get married!” Ich stelle mir den Mann im weißen Kittel vor und versuche zu erklären, dass er als Dr. nicht zwangsläufig zu einer besseren Partie wird. Aber das ist egal, die Nägel sind fertig und so gut wie jetzt sahen sie noch nie in meinem ganzen Leben aus. Weil sie noch etwas trocknen müssen, zieht mir Indira meine Jacke an, setzt mir die Mütze auf und schiebt mir meinen (nicht Verlobungs-)Ring zurück an den Finger. Das finden wir beide niedlich.

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Neulich hatte jemand gegoogelt “deutscher shop wie fred flare” und war auf meinem Blog gelandet. Da hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, weil ich doch hier auch nur über das Original ganz weit weg mit horrenden Versandkosten berichtet habe. Heute entdecke ich aber eine Seite, die von Deutschland aus betrieben wird und zumindest in Sachen Accessoires ein bisschen an Fred Flare rankommt: Nerdbirds , eignet sich auch super zum Weihnachtsgeschenke shoppen. Für mich.

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In der Post

09 Sep 2010

Es dauerte 10 Tage von der Bestellung im unverschämt gut bestückten Fred Flare-Laden bis zum Paket auf meinem Schreibtisch. Und nur Sekunden, bis alles an seinem Platz ist: Eulenring am Finger, hellblaue Herzen am Ohr und das beste Ausmalbuch der Welt “Let’s paint the 90s!” bereit für genau dies. Die Lieferung aus Brooklyn hat zwar ein kleines Vermögen gekostet, aber es gibt Sachen, die müssen JETZT und SOFORT sein.

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