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Ich werde gehen

Noch 42 Tage und ich bin weg. Weg aus Leipzig, weg aus dem Job, weg in ein anderes Land, einige Monate später dann wenigstens in eine andere Stadt. Es ist in erster Linie aufregend und nur manchmal, ganz selten macht es mir Angst. Die Menschen um mich herum sehen es ähnlich und fragen trotzdem immer wieder: Warum machst du das? Warum kündigst du deinen festen Job für die Ungewissheit? Warum diese und jene Stadt, warum jetzt? – Und ich antworte: Weil man mit 28 noch nicht stillstehen darf, weil ich raus will nach zehn Jahren hier, obwohl es mir immer sehr gut gefallen hat, versteht mich nicht falsch. Weil der Alltag mich auffrisst und kaputt macht, weil ich meine Tage wenigstens für eine Weile mit Dingen verbringen möchte, die mich glücklich machen. Weil ich mir sicher bin, dass sich schon was finden wird dort und weil ich jemanden an meiner Seite habe, mit dem sowieso nicht viel schiefgehen kann.
Ich habe seit fast zwei Jahren keinen Urlaub gemacht, habe viele Wochenenden und viele Stunden gearbeitet. Ich bin nicht undankbar, aber ich will das nicht mehr. Nicht hier, nicht dafür. Ich will was Eigenes, oder ein verdammt gutes Gefühl bei was Anderem. Wenn ich etwas gelernt habe im Leben, dann dass es sich nicht gerne planen lässt und lieber macht, was es will, wenn man es lässt. Mach’ bitte, mach’ es gut und der Rest ist dann auch schon egal. Ich bin euphorisch und krieche die letzten Meter bis zum Ziel, ich verkaufe viel Kram und werde immer leichter. Ich weiß, dass ich das gut kann, mich in fremder Umgebung zuhause fühlen – Hauptsache, die Zahnbürste hat ihren Platz und es gibt genug zum Gutfinden da. ich werde Einiges und Einige vermissen, aber zurückkommen geht immer und es sind schon so viele weg, da macht es nun auch keinen Unterschied, von wo aus ich anrufe oder mich bei Facebook einlogge. Ich werde neues Terrain erobern, gleich zweimal hintereinander und wenn es sich gut erobern lässt, bleibe ich da, in der anderen Stadt im Süden.

So wird es sein. Und wenn ich denke, dass es jetzt aber mal bitte losgehen könnte, höre ich dieses Lied. Der Text tut nicht viel zur Sache, aber die dezente Euphorie passt perfekt. Bald geht’s los!

Schöne Geschenke

Nicht viele Menschen machen genau der richtigen Person genau die richtigen Geschenke, nämlich indem sie sich merken, wann diese Person “Das ist schön!” gerufen hat. Einige wenige Menschen können das aber richtig gut, der beste Mann der Welt zum Beispiel.

Fröhlichen Nikikraus!

Damals…

… als wir uns gegenseitig Musik brannten, damit der Andere sie genauso lieben konnte! ♥

Hurra, Herbst!

Vor einer Woche waren die Blätter noch gelb und der Himmel blau. Wunderschön sah das aus und man dachte sich, ach der Herbst, gar nicht so eine schlechte Jahreszeit. Jetzt ist der Baum vorm Fenster leer, nur noch drei dunkelgelbe Blätter hängen dran, der Himmel dahinter ist grau. Und die Herbstlogik sagt: Jetzt ist es noch besser. Weil mit der Ungemütlichkeit draußen die Gemütlichkeit drinnen steigt, weil Lichterketten aufgehangen werden und weil ich endlich meinen neuen Regenschirm spazieren führen kann. Sehr dekorativ dazu liegen die bunten Blätter jetzt am Boden statt am Baum. Herbst fetzt!

Die unendliche Geschichte

Schreckliche Friseursalonnamen gibt es viele, unverhältnismäßig mehr als gute sogar. Und das hier ist einer der schlimmsten der Welt! (gesehen in Rehau bei Hof)

PS: Und hiergibt es dazu die umfangreichste Sammlung überhaupt. Großartig schrecklich!

Spätsommer

Das Gute am Spätsommer ist, dass der Druck weg ist. Man muss zum Beispiel nicht an den See fahren, weil man das im Sommer eben so macht. Die Sonne ist nicht selbstverständlich und am Himmel passieren viel verrücktere Dinge als an schwülen Julitagen. Ich mag das Wetter im Spätsommer und das Gefühl dazu erst recht. Es fühlt sich an als beginne etwas neu, ein bisschen so wie früher, als im September das neue Schuljahr anfing – neue Stifte, neue Bücher, neue Schreibhefte. Im Prinzip und eigentlich ist der Spätsommer der besser Frühling.

Das Beste ist das Licht. Die Farben leuchten, die Wolken ziehen und verändern alles im Sekundenrhythmus. Die Wolken selbst sind flauschig, zu Bergen aufgetürmt und hängen so tief über der Stadt, dass man am liebsten reinhüpfen möchte. Vielleicht habe ich bald so viele Fotos um die Wohnungsdecke damit zu tapezieren.

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