3 Tage Lyon

Oh, Frankreich, man kann dich einfach nicht oft genug besuchen und dabei am besten immer eine neue Stadt entdecken! Lyon ist zum Beispiel die Stadt des Essens und erinnert mich an vielen Ecken an Paris.

Wenn die beste Freundin, seit zehn Jahren in Lyon wohnend, ein Baby bekommt, dann setzt man sich in den Flieger und freut sich auf zarte Babykuschelei und französische Sonne. Und die ein oder andere Macaron. Man bucht sich ein Apartment, packt die kleine Reisebegleitung ein und schwups sitzt man schon an der Rhône und isst Eis! Und weil ich hier eine echte Expertin an meiner Seite habe und selbst auch schon ein paar Mal zu Besuch war, habe ich mal ein paar Reisetipps für diese immerhin zweitgrößte Stadt Frankreichs zusammengesammelt. Vom Wohnen über Sehenswertes bis zu Ausflügen und natürlich Essen, Essen, Essen!

Im Prinzip ist Lyon die perfekte Stadt, nämlich günstig gelegen zwischen Alpen, Mittelmeer und Paris, und es gibt hier auch sehr viel zu tun, ohne dass man dafür groß rausfahren muss. Durch Lyon fließt ein großer Fluß, im Prinzip sind es sogar zwei – Rhône und Saône – und das ist für mich schon mal ein wichtiger Punkt. Städte ohne Fluß mittendurch sind mir suspekt, denn es gibt keine Ufer zum Rumsitzen und aufs Wasser glotzen, es gibt keine schönen Brücken und keine paar Meter Abstand zum anderen Ufer und damit unschlagbare Panoramablicke. In Lyon gibt es auf dem Fluß sogar noch Haus- und Restaurant/Party-Boote und diese eine Brücke, die wie die Brooklyn Bridge in Miniatur aussieht. Es gibt eine wunderschöne Innenstadt, die an vielen Ecken sehr an Paris erinnert (diese Fassaden!) und einen riesigen Park mit riesigen Gewächshäusern aus dem 19. Jahrhundert, Crêpe- und Zuckerwatteständen und Giraffen, die vom anliegenden Zoo rüberschauen. Die Straßen sind geschäftig und an jeder zweiten Ecke gibt es Cafés oder Bäckereien, die es unbedingt auszutesten gilt.

Laufen und probieren ist auch in Lyon die beste Strategie eine Stadt zu entdecken, aber ein bisschen was lohnt sich ja immer, im Stadtplan zu markieren. Hier sind also meine

Tipps für Lyon:

 

Wohnen: Ich habe schon im wunderschönen Hôtel Tête d’Or und im mit Miniküche ausgestatteten Villemanzy übernachtet, aber am allerschönsten was es diesmal im AirBnB, fünf Minuten Fußweg von meiner Freundin entfernt und so schön, dass ich gern direkt eingezogen wäre. Es ist einfach unschlagbar, alles zur Hand zu haben, vor allem mit Kleinkind, und dazu noch ein Extra-Zimmer zum Schlafen. Es gibt in Lyon viele schöne AirBnBs und wer in unserem wohnen möchte, hier ist der Link.

Sehen: Zum ankommen empfiehlt es sich erstmal ein bisschen zu flanieren und rumzusitzen und ggf. auf Spielplätzen zu spielen – alles am Ost-Ufer der Rhône. Danach kann man dann gleich bis zum Parc de la Tête d’Or hochlaufen mit dem beeindruckenden Riesentor, Zooschaufenster und Botanischem Garten. Hier kann man Boot fahren, Eis oder Zuckerwatte essen, rumliegen, rumlaufen,… Parkzeug eben. Im angrenzenden 6. Bezirk gibt es viele schöne Restaurants und Cafés und auf der Avenue Maréchal de Saxe auch hübsche Geschäfte und Boutiquen zum Schaufensterbummeln und Einkaufen.

Ebenso zu empfehlen ist die Innenstadt, die trotz Shoppingmeile mit den obligatorischen Ketten sehr viel französischen Charme versprüht, vor allem rund um den Place Bellecour, von dem aus es dann auch nur noch ein Katzensprung rüber in die Altstadt “Vieux Lyon” ist, die weniger Belle Epoque und mehr nach Mittelalter aussieht. Mit viel Energie kann man zur Basilique Notre Dame de Fourvière hochlaufen und den Blick genießen, von unten sieht die Kirche aber auch sehr hübsch aus.

Mein liebstes Viertel ist neben dem 6. das Croix Rousse oben auf dem Berg, auch dort lässt es sich herrlich schlendern und ich erinnere mich an Wochenmärkte, die wirklich jedes Frankreich-Klischee bestätigen.

Unterwegs sein: Lyon hat eine U-Bahn, die aber nur auf wenigen Linien fährt, sie lohnt sich eigentlich nur für größere Strecken. Das Busnetz habe ich nicht so ganz verstanden, am einfachsten läuft man also oder schnappt sich eins der vielen Leihräder, die überall verteilt stehen. Dafür braucht es nur eine Kreditkarte.

Vom Flughafen zur Innenstadt fährt man übrigens am besten und schnellsten mit dem Rhônexpress, bei dem sich vorab online buchen extra lohnt, weil es günstiger ist und man nicht mit den anderen am Ticketautomaten anstehen muss.

Essen: Jedes Mal, wenn ich wieder daheim bin, also auch jetzt, vermisse ich sofort die Baguettes und Brioches und Pain au Chocolats. Gibt es natürlich alles auch hier, aber hey, kein Vergleich! Von meinem Erasmus-Semester in Nantes (auch eine Superstadt!) weiß ich, dass es mir ganz und gar nicht gut tun würde, all dem für längere Zeit ausgesetzt zu sein, aber schmecken würde es schon.

Auch, dass man abends in fast jedes dahergelaufene Restaurant gehen, das Menü bestellen und begeistert sein kann, ist eine Kunst, die nur die Franzosen beherrschen. Eine der schönsten ist die Brasserie des Brotteaux mit tollem Jugenstil-Interieur und exzellenter klassisch-französischer Karte, aber wie gesagt, es gibt hunderte, immerhin ist das hier die Stadt von Paul Bocuse. Nach ihm ist auch die Markthalle benannt, in der meine Freundin ihre Macarons kauft. Ja ja, in Lyon kauft man nicht irgendwo seine Leckereien ein, man sucht sich das Allerbeste vom Besten raus, Maison Sève in diesem Fall.

Guten Café kann man im Prinzip überall trinken, besonders hübsch ist es im Grand Cafe Des Negociants, etwas moderner im Félicie und gut sitzt man auch im Café Bellecour. Tolle Säfte und gesundes Essen gibt es im L’Estanco du Marché.

Einkaufen: Meine Souvenirs kaufe ich gerne in Klamottenform, vor allem in Läden, die es daheim nicht gibt. Das wären: Hema für Krimskrams, Sephora für Kosmetik, Acanthe für Kindersachen. Und natürlich mache auch ich jedes Mal den obligatorischen Pflege-Einkauf in einer französischen Apotheke, am günstigsten ist die Grande Pharmacie Lyonnaise.

Ach, und da auch mein Französisch zwischen den Besuchen immer arg einrostet, hier nochmal mein Post zu den besten Sprachlernapps.

Comments

comments